Arbeitsumfeld & Organisation
Die Arbeitsorganisation war leider sehr chaotisch. Es gab praktisch keine strukturierte Einarbeitung – insgesamt nur etwa drei Tage, obwohl die Rolle extrem breit gefächert war. Das Aufgabenspektrum umfasste unter anderem Customer Support, vertriebsnahe Tätigkeiten, Ticket-Management, Teamaufbau, Onboarding, Recruiting sowie Trainings. Für dieses Gesamtpaket war die Einarbeitungszeit völlig unrealistisch.
Statt Unterstützung herrschte vor allem Druck. Es wurde erwartet, eigenständig ein Team aufzubauen und Prozesse zu strukturieren – ohne ausreichende Ressourcen, klare Zuständigkeiten oder belastbare Strukturen. Fragen oder der Bedarf nach Anleitung wurden nicht wirklich aufgefangen.
Zusätzlich hatte ich den Eindruck, dass grundlegende Marktunterschiede bei Performance-Erwartungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Beispielsweise wurde nicht nachvollzogen, warum über in Deutschland geschaltete Ads deutlich mehr Verkäufe generiert wurden als in Spanien. Dabei spielen klare Faktoren eine Rolle: unterschiedliche Kaufkraft, Preisakzeptanz für Bildungsangebote, Marktbekanntheit von Online-Nachhilfe, Conversion-Verhalten, Vertrauen in digitale Dienstleistungen sowie Wettbewerbssituation. Diese Unterschiede sind marktbedingt und nicht allein durch operative Maßnahmen ausgleichbar. Trotzdem wurden vergleichbare Verkaufszahlen erwartet, was zusätzlichen Druck erzeugte und die Zielsetzungen unrealistisch machte.
Team & Führung
Durch den hohen Druck war auch der Umgang im Team entsprechend angespannt. Wertschätzung oder echtes Mentoring habe ich vermisst.
Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Die Kündigung erfolgte einen Tag vor Ende der Probezeit. Rückblickend hat mich das nicht überrascht, da ich zuvor bereits ähnliche Erfahrungen von anderen mitbekommen hatte.
Fazit für Bewerber
Unbedingt sehr konkret nach Einarbeitung, klaren Zuständigkeiten, Ressourcen und realistischen, marktabhängigen Erwartungen fragen. Ohne hohe Eigenresilienz und Frustrationstoleranz dürfte es schwierig werden.